Investment in den Emerging Markets? Was tun wenn der Index bzw. ETF so viele Klumpen enthält?
- Christian Heinrich

- 10. Aug. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Warum du Emerging Markets in deinem Portfolio haben solltest?
Langfristiges Wirtschaftswachstum
Emerging Markets wie Indien, Indonesien, Vietnam oder Mexiko wachsen oft schneller als entwickelte Volkswirtschaften. Gründe dafür sind:
junge, wachsende Bevölkerungen
zunehmender Konsum
aufholende Infrastruktur und Industrialisierung
steigende Produktivität
Wachstumspotenzial bedeutet langfristig auch Potenzial für steigende Unternehmensgewinne und Aktienkurse.
Demografischer Vorteil
In vielen Schwellenländern ist die Bevölkerung deutlich jünger als in den Industrienationen – das begünstigt:
ein wachsendes Arbeitskräfteangebot
eine steigende Zahl an Konsumenten
eine langfristig tragfähige Sozialsystem- und Steuerbasis
Diversifikation im Portfolio
Investitionen in Emerging Markets bieten eine regionale Streuung, die das Risiko reduziert:
sie korrelieren nicht immer 1:1 mit den entwickelten Märkten
politische und wirtschaftliche Entwicklungen verlaufen teils unabhängig
bei globalen Umbrüchen können sie stabilisierend oder wachstumsfördernd wirken
Unterbewertung im Vergleich zu Industrieländern
Aktien aus Schwellenländern sind häufig günstiger bewertet (z. B. niedrigeres Kurs-Gewinn-Verhältnis) – oft, weil Anleger politische Risiken überbewerten oder ignorieren:
Das kann langfristig zu überdurchschnittlichen Renditen führen, wenn sich Erwartungen normalisieren.
Aufstieg in globale Wertschöpfungsketten
Viele Emerging Markets entwickeln sich technologisch weiter und steigen auf in global bedeutende Industrien:
Tech-Industrie in Taiwan, Südkorea, Indien
Konsumgüter und Infrastruktur in Südostasien
grüne Energie & Digitalisierung in Lateinamerika und Afrika
Zunehmende Bedeutung in globalen Indizes
Der Anteil der Emerging Markets an globalen Indizes und ETF-Produkten wächst stetig.
Wer heute schon investiert, partizipiert an dieser strukturellen Aufwertung.
Fazit
Ein Investment in Emerging Markets ist kein Selbstläufer – geopolitische Risiken, Korruption und schwächere Institutionen sind reale Herausforderungen. Aber: Wer mit langem Anlagehorizont, breiter Streuung (z. B. per ETF) investiert, kann vom strukturellen Aufstieg dieser Märkte profitieren.
Welches Wertpapier ist für die Abbildung der Emerging Markets geeignet?
Die gängigsten ETFs für Schwellenländer basieren auf Indizes wie dem MSCI Emerging Markets oder dem MSCI Emerging Markets IMI. Wer jedoch einen genaueren Blick auf die Zusammensetzung wirft, wird eine überraschende Konzentration feststellen: Ein einziges Unternehmen, Taiwan Semiconductor, macht oft mehr als 10 % des Index aus. Dieses Klumpenrisiko ist für Anleger, die eine breitere Streuung suchen, ein echtes Problem.
Welche Alternativ Möglichkeiten gibt es?
Länder ETF's
Franklin Templeton bietet kostengünstige Länder-ETFs für die Emerging Markets an. Diese erlauben eine flexible Gewichtung, beispielsweise basierend auf dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) oder durch eine Gleichgewichtung der Länder. Länder-ETFs sind ein effektives Instrument, um die Gewichtung im Portfolio gezielt zu steuern. Der Nachteil ist jedoch, dass für eine breite Streuung viele ETFs nötig sind, was die Transaktionskosten erhöhen kann.

Suche nach einem alternativen Index
Franklin Templeton bietet mit seinem LibertyQ Emerging Markets Equity ETF eine interessante Alternative zum Standard-ETF. Dieser bildet einen Multi-Faktor-Index ab und konnte den MSCI Emerging Markets Index langfristig sogar übertreffen. Besonders auffällig ist die ausgewogene Gewichtung: Ein Blick auf die Top-10-Positionen offenbart eine deutlich geringere Konzentration, was ihn für Anleger, die Klumpenrisiken vermeiden möchten, besonders attraktiv macht.

Aktiv gemangeten Fonds
Aktive Fonds können in weniger effizienten Märkten wie den Emerging Markets und bei Small Caps eine überlegene Performance erzielen.
Der Risiko-Rendite-Chart zeigt mehrere Fonds mit einer annualisierten Rendite von über 15 %. Allerdings sind viele dieser vielversprechenden Fonds nur für institutionelle Anleger zugänglich oder konzentrieren sich auf Frontier Markets, die ein noch höheres Risiko bergen.

Der EM Digital Leaders Fonds mag auf den ersten Blick durch seine starke Performance der letzten drei Jahre überzeugen. Eine ganzheitliche Betrachtung seit seiner Auflegung offenbart jedoch eine andere Realität: Obwohl die Rendite auf demselben Niveau liegt, musste er dafür einen deutlich höheren Drawdown in Kauf nehmen. Dies unterstreicht, dass die kurzfristige Performance von der Volatilität der Vergangenheit getrennt betrachtet werden muss und zeigt ein erhöhtes Risikoprofil.


Fazit: Warum der Franklin Templeton LibertyQ ETF die beste Wahl ist
Die Investition in Emerging Markets erfordert eine sorgfältige Abwägung von Chancen und Risiken. Während breit gestreute ETFs auf Indizes wie den MSCI Emerging Markets eine gute Basis bieten, bergen sie oft ein hohes Klumpenrisiko durch die Übergewichtung weniger Unternehmen.
Der Franklin Templeton LibertyQ Emerging Markets Equity ETF bietet hier eine überzeugende Alternative. Er verfolgt eine Multifaktor-Strategie, die nicht nur zu einer besseren Diversifikation führt, sondern auch eine langfristige Outperformance gegenüber dem traditionellen MSCI-Index gezeigt hat. Durch seine ausgewogenere Top-10-Gewichtung minimiert er das Klumpenrisiko, das in anderen ETFs oft vorherrscht.
Dieser ETF ist auch dem EM Digital Leaders Fonds und der Länder-ETF-Strategie überlegen.
Überlegenheit gegenüber dem EM Digital Leaders Fonds: Der LibertyQ ETF bietet eine deutlich höhere Stabilität. Während der Digital Leaders Fonds mit massiven Drawdowns und einem insgesamt hohen Risiko verbunden ist, ermöglicht der LibertyQ ETF eine breitere, weniger volatile Teilnahme am Wachstum der Emerging Markets. Seine Strategie ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt, nicht auf kurzfristige, risikoreiche Trends.
Überlegenheit gegenüber der Länder-ETF-Strategie: Die Zusammenstellung eines Portfolios aus einzelnen Länder-ETFs ist zwar theoretisch flexibel, birgt aber praktische Nachteile. Dazu gehören die erheblich höheren Transaktionskosten, die potenziell geringere Liquidität einzelner ETFs sowie der höhere zeitliche Aufwand für das Rebalancing. Der LibertyQ ETF bündelt diese Vorteile in einem einzigen, kosteneffizienten Produkt und macht eine gezielte Übergewichtung ohne den Mehraufwand möglich.
Aus diesem Grund kann der Franklin Templeton LibertyQ ETF als die bessere und strategischere Lösung angesehen werden. Er ermöglicht es Anlegern, das Wachstumspotenzial der Schwellenländer zu nutzen, ohne die Konzentration auf einzelne Unternehmen in Kauf nehmen zu müssen oder sich den Risiken und dem Aufwand von Nischenfonds oder fragmentierten Länderportfolios auszusetzen.
Disclaimer
Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung dar. Die getroffenen Aussagen basieren auf eigenen Recherchen und Erfahrungen und spiegeln die persönliche Meinung des Verfassers wider.



